Wie jedes Jahr im Herbst, haben auch im vergangenen Jahr die Versicherer ihre Werbetrommel gerührt, um Autofahrer davon zu überzeugen, ihre bestehende Kfz-Versicherung zu kündigen, um im neuen Jahr in den Genuss eines günstigeren Anbieters zu kommen. Doch der üblichen herbstlichen Wechselparade mit Einsparpotential für Versicherungsnehmer folgte auch der Wermutstropfen: Durch neue Typklassen und die Einführung von Unisex-Tarifen verteuert sich für viele Autofahrer die Kfz-Versicherung im neuen Jahr.

Umstufungen betreffen diesmal die Hälfte aller Fahrzeuge

Jedes Jahr wertet der Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft (GdV) die Schadens- und Unfallbilanzen der verschiedenen Automodelle aus. Hat es bei einem Fahrzeugtyp mehr Schäden als im Vorjahr gegeben, wird er in eine höhere Typklasse gestuft. Je höher die Klasse, desto teurer wird die Haftpflicht- und Kaskoversicherung. Kam es zum Jahr 2012 nur bei rund einem Drittel der Fahrzeuge zu Umstufungen, sind 2013 rund 50 Prozent aller Fahrzeuge betroffen. Denn erstmals wird bei der Berechnung auch das Alter der Besitzer sowie der jüngsten Fahrer berücksichtigt. Das sorgt bei vielen Automodellen für eine Hochstufung, die die Versicherung teurer machen kann. Da bestimmte Altersgruppen – zum Beispiel Senioren oder junge Fahranfänger statistisch besonders häufig an Unfällen beteiligt sind, erhöht sich also die Typklasse von denjenigen Autos, die von diesen Altersgruppen besonders oft gefahren werden.

Die neuen Unisex-Tarife in der Kfz-Versicherung

Seit dem 21. Dezember 2012 müssen Versicherer sogenannte Unisex-Tarife anbieten. Das bedeutet, dass die Versicherungsprämien nicht mehr wie vorher in Abhängigkeit des Geschlechts von Versicherungsnehmern berechnet werden können. Waren Frauen bisher in der Autoversicherung aufgrund ihrer erheblich geringeren Werte in der Schadenstatistik deutlich besser gestellt, können sie künftig bei einem Neuvertrag nicht mehr auf diesen finanziellen Vorteil bauen. Im Gegensatz dazu schätzen sich fortan aber Männer glücklich, denn für sie wird bei einem Neuvertrag die Versicherung durch den Wegfall der Geschlechtertarife praktisch günstiger.

Fotoquelle: Schlierner – Fotolia

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