Gyrometer: Vom Drehzahlmesser zum Einsatz im Navigationssystem. NaviGoGo erklärt Fachbegriffe aus der Welt der mobilen GPS Navigation.

Gyrometer sind im klassischen technischen Verständnis Geräte, die die Rotation beweglicher Teile messen. Die Variationen der klassischen Gyrometer sind recht vielfältig. Besonders in der Druckregulierung von Dampfmaschinen wurden Gyrometer eingesetzt, die hier auch gewissermaßen automatisch die Dampfzufuhr nicht nur messen sondern auch regeln konnten. Heute verstehen wir unter Gyrometern die Kombination von Sensoren und entsprechender Auswertungssoftware, die Bewegungen registrieren.

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Gyrometer wurden bislang vor allem in Drehzahlmessern eingesetzt. Mit verschiedenen physikalischen Faktoren wurden Umdrehungen rotierender Körper erfasst, gemessen und dargestellt. Auch in Schrittzählern wurden solcherart Gyrometer zum Einsatz gebracht. Die Pendelbewegungen der Hüften wurden beim Schrittzähler in kreisende Bewegungen umgesetzt, der Gyrometer zählte die Umdrehungen und erfasste bei richtiger Einstellung die Anzahl der Schritte, die zurückgelegte Entfernung und die aktuelle bzw. Durchschnittgeschwindigkeit. Moderne Gyrometer haben sich von den mechanischen Varianten weit entfernt. Heute erfassen Gyrometer mit Hilfe von bewegungssensiblen Sensoren die Bewegung abhängig von der Geschwindigkeit.

Kreiselinstrumente navigieren auch ohne Satellit

Besonders für Fahrten in Tunneln und bei gelegentlichem Ausfall der Satellitenverbindung leisten die Kreiselinstrumente der Gyrometer-Technologie eine weiter funktionierende Navigation. In Abhängigkeit von der Geschwindigkeit berechnen die Gyrometer den zurückgelegten Weg seit dem letzten Satellitenempfang und setzen so in den modernen Navis die Routenführung ohne Unterbrechung fort. Auch wenn diese Art der Navigation nur über wenige Streckenkilometer wirklich halbwegs genau ist, hilft sie gerade bei Tunneldurchfahrten erheblich. Da in Tunneln die Signale der Satelliten für das Navigationsgerät nicht empfangbar sind, blieb das Display bisher grau und die Sprachführung stumm. Wer dann in unbekannten Tunneln eine Abfahrt nehmen musste, hatte meist Pech. Auch die Streckenneuberechnung nach längeren Empfangsstörungen war oftmals hinderlich für eine exakte Navigation.

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Navigationssysteme mit Gyrometer liegen im Trend

Auf der Suche nach immer neuen Features für die modernen Navis und für die Verbesserung der Zuverlässigkeit mobiler Navigation gehen die Hersteller immer wieder neue Wege. Einer dieser Wege führte zum Einsatz der Gyrometer, die auch bei kurzzeitig nicht empfangbaren Satelliten eine weitere Navigation ermöglichen. Die eingebauten Kreiselinstrumente mit den Sensoren und der entsprechenden Software werten die Navis erheblich auf und liegen voll im Trend. Wer sich mit dem Gedanken befasst, ein neues Navigationssystem zu erwerben, sollte sich auch über den Einsatz von Gyrometern kundig machen. Was bisher nur bei fest im Fahrzeug eingebauten Navigationssystemen mit Anbindung an die Fahrzeugtelemetrie möglich war, funktioniert jetzt auch bei mobilen Navis: Die Berechnung der Bewegung des Fahrzeug bezüglich seiner Richtung und Geschwindigkeit und die Umrechnung auf navigationsrelevante Daten.

Modelle mit Gyrometer seit Ende 2008 auf dem Markt

Die Navigationsgeräte mit eingebautem Gyrometer sind bereits seit Oktober 2008 auf dem deutschen Markt verbreitet. Medion stellte mit dem GoPal X5535 ein Navigationssystem vor, dass neben der nützlichen Gyrometer-Funktion auch über Sprachsteuerung und Fingerprint-Sensor zur Gerätesicherung verfügt. Mittlerweile haben auch andere Hersteller die Zeichen der Zeit erkannt und so dürfte es nur noch eine Frage der Zeit sein, bis alle Navis moderner Bauart die Gyrometer-Technologie unterstützend zum Einsatz bringen.

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