Navigationssystem Navigon 8310 (Foto: Navigon)Aus alt mach neu: Navigon hat die Hardware vom Modell 8110 übernommen und die Software umfangreich verändert und erweitert. Das Ergebnis: Das neue Navigationssystem 8310. NaviGoGo hat das 8310 getestet.

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Das Navigon 8310 im Test

Das aktuelle Topmodell des deutschen Herstellers heißt Navigon 8310 – es kommt im Edelstahl-Finish und mit allen technischen Raffinessen, die Navigon zu bieten hat. Das Navigon 8310 passt damit gut in ein schickes Sportcabrio – dabei hilft ihm noch seine Frontscheibenhalterung. Die besteht nämlich aus einem langen, leicht gebogenen Hals, der gerade bei stark geneigter und großer Frontscheibe das Navi seinem Besitzer deutlich näher bringt als manch Konstruktion der Konkurrenz. Kleiner Nachteil: das Navigon 8310 erwartet, dass das Stromkabel am Fuß der Frontscheiben-Halterung eingesteckt wird, wenn es selbst in dieser steckt. Dadurch hängt das Kabel aber unnötig herum.

Das neue Top-Modell teilt zumindest rein äußerlich die Tugenden des 8110er Modells, das 2008 einen Designpreis gewonnen hat. Ein echter Hingucker sind beide Modelle: Sowohl das 8110 als auch das neue 8310 bieten mit dem 4,8-Zoll Bildschirm im 16:9-Format und dem Gehäuse in gebürstetem Edelstahl eine gelungene Komposition fürs Auge und stechen so wohltuend aus der Masse der schwarzen Navi-Gehäuse heraus. Im Inneren der beiden Navigationssysteme werkelt identische Technik, die mit innovativen Details für sichere Navigation im dichten Verkehr sorgen will.

Nicht nur optisch, auch technisch ist das 8310 praktisch ein Showcase von Navigon. Die Kartendarstellung ist wirklich sehr hübsch geraten, innerorts (mit 3D-Gebäuden) wie außerorts (mit 3D-Landschaft). Selbst in einem an sich drögen Industriegebiet freut man sich noch an den über den Straßen schwebenden Icons. Wer sich in Werbung und Geografie auskennt, bekommt jede Menge Tipps: Hier ein Italiener (erkennbar an der Flagge), dort ein Mitsubishi-Händler und da drüben ein McDonalds…

Navigon

Navigon 8310 – Nützliche Features

Genretypisch gibt man die gewünschte Adresse beim Navigon 8310 über Ort und Straße ein – wenn man nicht in der POI-Datenbank auf die Suche nach bestimmten Restaurants gehen will. Das Gerät reagiert dabei stets willig, man merkt, dass Navigon für die Grafik einen Coprozessor spendiert hat. Ganz so schnell wie das Garmin nüvi 1490 ist das 8310 allerdings nicht – die Grafik baut sich gerade so schnell auf, dass man beim Zuschauen noch nicht ungeduldig wird.

Mit dem Kurzstreckenfunk Bluetooth können Sie – ein bluetooth-fähiges Handy vorausgesetzt – das 8310 als kabellose Freisprecheinrichtung nutzen. Ebenfalls ist eine Stauwarnfunktion integriert: Sie empfängt die Verkehrsfunktdaten per TMC-Pro und kann die gewonnenen Daten in die aktuelle Routenplanung einbeziehen und so alternative Routen anbieten. Sehr praktisch: Die Antenne zum Empfang der TMC-Daten ist im Ladekabel integriert, so dass nur die Spannungsversorgung zum Navigationssystem verläuft. Zudem entfällt das lästige Gefummel mit Kabeln beim Anbringen und Abnehmen des Navigon 8310 an der Fahrzeugscheibe, da im Lieferumfang eine aktive Halterung enthalten ist.

Mit der Sprachsteuerung verhält es sich ähnlich wie beim Navigon 7310, dem kleineren Bruder: Sie ist ein bisschen Glücksache. In kleineren Orten funktioniert sie besser als in großen, weil die Wahrscheinlichkeit gering ist, denselben Straßennamen mehrfach zu finden. In diesem Fall (und nur dann) muss man nämlich auch mal auf den Bildschirm sehen – ansonsten genügt ein Dialogprozess mit vielen Ja und Nein.

Obwohl das Display des Navigon 8310 mit 4,8 Zoll Diagonale recht groß geraten ist und die Icons sich dadurch gut mit dem Finger bedienen lassen, findet sich in einem Einschub hinten rechts zusätzlich ein kleiner Stift. Dessen wahrer Zweck schwante den Navi Testern, als das Navigon 8310 einmal beim Starten des Geräts unrettbar abstürzte. Den Resetknopf kann man nämlich nur mit einem sehr spitzen Gegenstand bedienen. Kugelschreiber oder Bleistifte eignen sich nicht – aber welcher Mann führt schon stets eine Nähnadel mit sich. Doch, oh Zufall, die lange, dünne Spitze des Eingabestifts passte perfekt…

Navigon

Navigon 8310 – Unterschiede zum Navigon 8110

Obwohl sich das Navigon 8110 und das 8310 wie ein Ei dem anderen ähnelt, tickt in beiden Navigationssystemen unterschiedliche Software: Für das neue Navigon 8310 haben die Hamburger Navigationsexperten die Programme gründlich überarbeitet, verbessert und erweitert. So aufgerüstet soll das neue Modell noch komfortabler und intelligenter durch knifflige Verkehrssituationen und überfüllte Straßen navigieren.

Verbessert wurde die Funktion „Panorama View3D“: Die Funktion hilft bei der Orientierung, indem Landschaften und Gebäude auf dem Bildschirm realitätsnah abgebildet werden. Ebenso der Orientierung dienen „Reality View Pro“ und das bereits aus anderen Modellen bekannte „Fahrspurassistent Pro“. Während Reality View Pro Autobahnkreuze und Ausfahrten realistisch anzeigt, gibt der Fahrspurassistent früh genug an, auf welche Spur man wechseln sollte, um beim nächsten und übernächsten Abbiegepunkt richtig eingeordnet zu sein.

Pfiffige Funktionen im Navigon 8310

Ein Navigationssystem, das dazulernt und die Eigenarten des Fahrers analysiert? Dazu bietet das Navigon 8310 „MyRoutes“: Je nachdem, welcher Fahrertyp Sie sind, empfiehlt Ihnen diese Funktion die beste Route – individuell zugeschnitten auf Ihren persönlichen Fahrstil, den Wochentag und die Tageszeit. „Clever Parking“ hingegen wird erst aktiv, wenn Sie sich ihrem Ziel nähern: Hier lässt sich ganz leicht per Fingerzeig ein Parkplatz oder ein Parkhaus aus einer Liste auswählen, um im Zielgebiet stressfrei parken zu können. Und soll es danach zu einem neuem Ziel gehen: Dank „Spracherkennung Pro“ müssen Sie die Adresse nicht mehr mühsam über den Touchsreen eingeben sondern können die Daten bequem und einfach direkt in das eingebaute Mikrofon sprechen. Der integrierte MP3-Player rundet den Funktionsumfang ab und gibt die Möglichkeit seine Lieblingssongs oder einen Podcast griffbereit zu haben.

Technische Daten im Überblick

  • Maße: 135 mm x 85 mm x 22 mm (BxHxT)
  • GPS: SIRF Star III
  • 4,8’’ Touchscreen-Display im 16:9-Format
  • Prozessor: Samsung 2443 (533 MHz) plus Grafikbeschleuniger
  • Betriebssystem: Microsoft Windows CE
  • 4 GB SD-Karte, 512 MB Flash-ROM/128 MB RAM
  • Akku: 1590-mAh-Lithium-Batterie
  • TMC-Pro-Stauumfahrung
  • Bluetooth-Freisprecheinrichtung
  • FM-Transmitter
  • SD-Karteneinschub
  • Multimediafunktionen: MP3-Player, Digitales Fotoalbum
  • Kartenmaterial für 40 europäische Länder: Albanien, Andorra, Belarus, Belgien, Bosnien-Herzegowina, Bulgarien, Dänemark, Deutschland, Estland, Finnland, Frankreich, Gibraltar, Griechenland, Großbritannien, Irland , Italien, Kroatien, Lettland, Liechtenstein, Litauen, Luxemburg, Mazedonien, Monte Carlo, Montenegro, Niederlande, Norwegen, Österreich, Polen, Portugal, Rumänien, San Marino, Schweden, Schweiz, Serbien, Slowakei, Slowenien, Spanien, Tschechien, Ungarn, Vatikan

NaviGoGo-Urteil: Der König ist tot – Lang lebe der König! Der Thronfolger 8310 ist der neue Herrscher im Navigon-Reich. Er vereint das schicke Design und die innovative Technik des 8110 mit der neuen Software zu einem gelungenen – wenn auch nicht günstigen – Navigationssystem. Premium-Leistungen wie etwa TMC-Pro-Empfang und kostenlose Karten-Updates für zwei Jahre versüßen jedoch den Preis des Navigon 8310. Das Navigationsgerät ist wirklich hübsch und elegant – und wirkt bei der Bedienung trotzdem nicht schwerfällig. Navigon hat derzeit ohne Zweifel die ausgefeilteste Kartendarstellung – und auch in Sachen Funktionalität holt man langsam gegen TomTom & Co. auf.

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